Inspiration auf dem Schäferhof und Einblick in die Arbeitsgänge eines Tierwirtes,
das will auch Jana aus Stralsund einmal erfahren. Einmal `raus aus Ihren Büroalltag und an der frischen Holsteiner Luft ein paar Tage die Arbeiten eines Schafzuchtbetriebes kennen lernen, aktiv mitarbeiten und natürlich auch fachkundige Unterweisungen erhalten. Da werde ich als Tierwirtschaftsmeister in allen Bereichen der Haltung, Fütterung, Zucht, Tiergesundheit und des Naturschutzes gefordert, aber es ist auch eine gute Gelegenheit, Werbung für den Landesschafzuchtverband zu machen und auch die Probleme der erwerbswirtschaftlichen Schafhaltung der Öffentlichkeit näher zu bringen.


Praktikum als Tierwirt, Schwerpunkt Schäferei

-Ein Erfahrungsbericht in mehreren Fortsetzungen -

Auch ein kleiner Schafzuchtbetrieb kann alle Lehrinhalte vermitteln, wenn er über die entsprechende Ausbildungsqualifizierung verfügt:


"Hallo,

ich bin Jana und komme aus Stralsund.
Seit 13 Jahren mache ich einen Bürojob. Da ich mich aber der Natur sehr verbunden fühle und mich Schafe schon seit langer Zeit faszinieren, werde ich vom 14.03. - 20.03.2011 ein Praktikum bei Familie Borchardt absolvieren.
Über meine Erlebnisse mit den Schafen - im Stall und auf der Weide - werde ich hier täglich berichten. Schauen Sie doch mal vorbei!
Mal sehen, ob ich am Ende der Woche noch immer mein Leben ändern und Schäferin werden möchte.

Jana"

Wir freuen uns schon auf das gemeinsame Projekt mit Jana und werden ab dem 14. März 2011 das Praktikum beginnen. Das wird bestimmt sehr interessant. Wir werden auf unserer Homepage natürlich von jeden Praktikumstag berichten und Sie virtuell daran teilnehmen lassen.


Meine Ankunft in Bockholt:

Hallo liebe Schaffreunde,

am Sonntag (13.03.2011) war es nun soweit, mein Praktikum begann. Nachdem ich erst Bockholt und dann auch den Kattensahl Nr. 6 gefunden hatte, wurde ich sehr herzlich von Familie Borchardt mit Kaffee und Kuchen in Empfang genommen. Susanne und Wolfgang erklärten mir hierbei, was mich in der nächsten Woche erwarten würde. Ich sollte einen Einblick in alle Bereiche der Schafhaltung (theoretisch wie praktisch) erhalten.
Wenig später sollte es dann auch schon losgehen mit der ersten Fütterung. Aufgeregt ging ich in mein liebevoll eingerichtetes Zimmer und zog mich um.
Da die Drillingsmutter durch zusätzliches Milchgeben unterstützt werden muss, bereiteten wir zunächst die Fläschchen vor und gingen raus.
Mein Herz klopfte immer schneller. Von den beiden Flaschenlämmern wurde ich sehr stürmisch begrüßt und verteilte vor lauter Schreck ein paar Milchtropfen auf das Köpfchen eines Lämmchens. Dann hatte es die "Latex-Zitze“ aber gefunden und schlürfte alles weg.
Jetzt kamen auch die Muttern, die Jährlinge, die Böcke und die tragenden Muttertiere an die Reihe. Wolfgang erklärte mir bei der Futtergabe, wo das Heu und das Kraftfutter in den Raufen platziert wird und dass immer frisches Wasser zur Verfügung stehen muss.
Voller Vorfreude auf die nächsten Tage und Schäfchen zählend ging ich später am Abend schlafen.


14.03.2011, "Weg vom Kanzleialltag - raus auf die Weide"


"Montag, mein erster Arbeitstag als Schäferpraktikantin, fing an mit einer Theoriestunde, in welcher mir Wolfgang zunächst einmal den Zweck und die Ziele der Schafhaltung erklärte.
Jede Entscheidung, die ich als Mensch treffe, was die Zucht, Haltung und Fütterung betrifft, wirkt sich auf die Tiergesundheit aus. Die Tiergesundheit wiederum  beeinflusst die Leistungen, welche das Tier erbringt (wie z. B. Wolle, Milch, Landschaftspflege). Alles ist miteinander verknüpft. Die Schafhaltung funktioniert also wie ein Uhrwerk.
Gegen 09:00 Uhr begannen wir dann mit der Fütterung, sehr zur Freude der Schafe.
Danach erfolgte mein erster direkter Kontakt mit den Schafen. Den Muttertieren musste nämlich nach der Lammung eine Wurmkur verabreicht werden. Ein bisschen wurden mir jetzt doch die Knie weich. Das hier ist ja etwas ganz anderes, als am Schreibtisch zu sitzen und Akten zu bearbeiten. Wolfgang fing ein Schaf, ich zog die Spritze auf, öffnete ihr das Maul und flößte ihr das Mittel ein. Zu schmecken schien das Medikament nicht, denn sie wehrte sich heftig. Diese Prozedur wiederholten wir dann noch zweimal mit anderen Tieren.
Da in den nächsten Tagen einige Lammungen anstanden, misteten wir gründlich den Stall aus, desinfizierten ihn und streuten frisches Stroh ein.
Später trennten wir dann 4 hochtragende Muttertiere von der übrigen Herde und führten sie zu dem gesäuberten Ablammstall. Ganz brav in Reih und Glied folgten sie mir. Zugegeben: Ohne Futtereimer in meinen Händen wären sie wohl nicht so artig gewesen.
So verging der Tag.

Glücklich und gespannt darauf, was mich am nächsten Tag erwarten würde, ging ich ins Bett."


2. Tag, 15.03.2011, "Wer hat hier wen im Griff?"

"07:00 Uhr - ich stehe auf, schaue aus dem Fenster und sehe diese schönen Coburger Fuchsschafe, die Lämmer blöken, der Hahn kräht und die Vögel zwitschern. Das ist sehr viel besser als der übliche Baulärm und die Autogeräusche, die mich sonst morgens wecken.
Nach einem leckeren Frühstück geht es los mit einer weiteren Theoriestunde. Heute widmen wir uns dem Thema Zucht. Danach kann ich etwas mit den Begriffen Genotyp, Phänotyp, Heritabilität, Zuchtfortschritt und Zuchtrückschritt anfangen. Sehr interessant!
Nach der Fütterung sollte der Klauenschnitt bei allen Jährlingen durchgeführt werden. Wir trieben alle Schafe in den Stall und sperrten ihnen den Weg nach draußen mit drei Metallhurden ab. Wolfgang griff sich ein Tier, drehte es um und schon saß es auf seinem Hinterteil. Ich war beeindruckt! Dann säuberte und schnitt er die Klauen. Nach zwei weiteren Tieren sagte er: "Und jetzt du!", ich sah ihn an und erkannte, dass das kein Scherz war. Also gut, all meinen Mut zusammennehmend ging ich auf die Herde zu. Sie ahnten wohl schon, was ihnen blühte, denn alle nahmen vor mir reiß aus. Wenn ich doch mal eines zu fassen bekam, rannte es irgendwie einfach weiter und entkam.
Nachdem ich der Länge nach im Stroh landete, vernahm ich ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht meines Ausbilders. Na warte! Entschlossen suchte ich mir ein Schaf aus, drängte die ganze Herde in eine Ecke und siehe da, ich hatte eins! Die rechte Hand an der Keule, die linke unterm Maul führte ich es rückwärts zu Wolfgang. Er zeigte mir noch mal, wie man es hinsetzt. Dann probierte ich es. Nach einigen Versuchen klappte es dann auch. Man war ich stolz! Ich säuberte die Klauen, danach übernahm Wolfgang und schnitt sie. Diesen Rhythmus behielten wir bei. Als wir fertig waren, hatten wir uns eine Pause verdient.

Nach ca. einer Stunde gingen Susanne, Wolfgang und ich wieder raus, der Ostwind begrüßte uns eisig.
Nun sollte eine Rangierung durchgeführt werden. Susanne und Wolfgang bewerteten die Schafe nach dem 9-er-Punktesystem und erklärten mir hierbei alles, ich notierte die Merkmale in der Wollqualität, äußerer Erscheinung und Bemuskelung.
19:00 Uhr - Feierabend! Nach einem köstlichen, von Susanne bereiteten, Abendbrot ging ich auf mein Zimmer. Ich war total erledigt und fiel gegen 21:00 Uhr erschöpft in die Federn.

Ganz schön anstrengend so ein Schäferleben!"


16.03.2011, "Von Zäunen und Zähnen"

"In der heutigen Theoriestunde werden mir die unterschiedlichen Schafhaltungssysteme von Wolfgang erklärt. Dazu gehören auch Umtriebstechniken und Zaunsysteme.
Nachdem ich gelernt habe, dass Elektronetze vor allem als Pferchmaterial in der Hüteschafhaltung, aber auch in der Koppelschafhaltung zur Unterteilung von größeren Flächen vielseitig einsetzbar sind, stehe ich auch schon mit einem kleinen Übungsnetz bewaffnet auf der Weide. Mein Ausbilder baute das Netz einmal auf und dann wieder ab. Alles lag ordentlich übereinander. Jetzt ich.

Na ja... mein Netz sah zusammen gerollt eher so aus, als wären ein paar Hühner drüber gelaufen. Also übte ich eine Weile und nach und nach sah es schon besser aus.
Nach einer kurzen Kaffee-Aufwärm-Pause übte ich noch mal mit dem Netz, dann mussten die Klauenschnitte bei den Böcken durchgeführt werden. Wir pferchten sie mit Metallhurden ein. Ich griff mir einen und setzte ihn hin. Oh, das ging leicht, leichter jedenfalls als bei den Jährlingen. Irgendwie wehrten die Böcke sich nicht so sehr...
In der dann folgenden Theoriestunde beschäftigten wir uns mit der Frage, welchen Energiebedarf die Schafe in den Leistungsstadien Paarungszeit, Güstzeit, Phase der Hochträchtigkeit und Säugezeit haben.
Wieder draußen griff ich mir einen Bock und  verabreichte ihm eine Wurmkur. Bei dieser Gelegenheit sahen wir uns auch gleich seine Zähne an, anhand derer man das Alter des Tieres bestimmen kann. Schafe haben Schneidezähne nur im Unterkiefer (im Oberkiefer befindet sich eine Kauplatte). 8 Schneidezähne und 24 Backenzähne (sechs je Viertel des ganzen Gebisses).
Meine anfänglichen Berührungsängste vor den Schafen hatte ich mittlerweile verloren. Ich freute mich, wenn mich die Lämmer laut blökend begrüßten und mir die Jährlinge stürmisch entgegenliefen, sobald ich mit einem Ballen Heu um die Ecke kam.
Bei Susanne und Wolfgang fühlte ich mich mehr als wohl. Und wie immer, wenn alles schön ist, verging die Zeit viel zu schnell. Der dritte war Tag war nun schon vorbei."


4. Tag, 17.03.2011, "Neue Erdenbewohner"

"Es ist 06:48 Uhr als mein Handy klingelt - Wolfgang Borchardt ruft an - ich bin sofort wach und lächle, denn wenn der Chef so früh anruf, kann das nur eines bedeuten: Neue Lämmer haben das Licht der Welt erblickt. Endlich! Darauf warte ich doch schon die ganze Woche!
Draußen steht Wolfgang und strahlt. Mama "Ricky" hat alles alleine geschafft und zwei gesunde Böckchen geboren. Die Kleinen tapsen noch unbeholfen herum. Wir nehmen die Jungs und tragen sie in eine Ablammbox, damit sich die 3 aneinander gewöhnen können, "Ricky" läuft uns laut blökend hinterher. Jetzt desinfizieren wir die Nabel mit Jodtinktur, um das Eindringen von Krankheitserregern in den Laabmagen zu verhindern. Dann warten wir noch kurz ab, bis wir sehen, dass die Kleinen das Euter suchen, die Zitzen finden und trinken. Alles ist gut, sehr schön, dann sind wir jetzt dran mit dem Frühstück.
Da Wolfgang und Susanne an diesem Vormittag geschäftliche Termine haben, darf ich das erste Mal die Fütterungen alleine machen. Nach dann mal los: Fläschchen geben, ausmisten, frisches Wasser auffüllen, Heu und Kraftfutter geben. Alles klappte und zufrieden ging ich zurück ins Haus.

Um 11:00 Uhr ging es dann wieder raus. Netze stecken. Diesmal lief alles gut, Wolfgang gab mir noch letzte Tipps für den "Feinschliff" und dann hatte ich es drauf.
Wieder drinnen ging es weiter mit der Theorie, Thema: Verdauung. Dieses Thema interessierte mich, insbesondere wollte sich wissen, was genau in welchem Magen passiert. Nachdem wir uns dann noch in das Thema Futtermittelzusammenstellung vertieften, rissen wir uns nach 2 Stunden los. Nach der Abend-Fütterung machten wir Feierabend.
Gegen 22:00 Uhr legte ich mich mit meinem Muskelkater, den ich mir beim Schafe fangen geholt hatte, ins Bett."

Wie ist denn eigentlich der Plural von Nabel? Nabel, Näbel, Nubbel, Nabbel? Oder aber "Naddel" ? Hm... ;-)


5. Tag, 18.03.2011, "Auf in die große Stadt"

"Da Susanne und Wolfgang der Meinung sind, dass ich auch mal raus aus Bockholt muss, wird heute geshoppt. Zugegeben, da muss man mich nicht groß überreden!
Aber zunächst geht es noch mal raus auf die Weide zum Litzen ziehen.

Neben den Elektrozäunen haben sich Litzen durch ihre einfache Handhabung, ihre Flexibilität und ihre Anpassungsfähigkeit auf Schafweiden bewährt. Daher ist es wichtig, dass ich auch das einmal mache. Wolfgang befestigt die Litze an den Isolatoren, nimmt die Haspel und ich lade mir ein paar Kunststoffpfähle auf den Arm. Wir gehen ein paar Schritte, setzen einen Pfahl und befestigen die Litze.
Die Jährlinge beobachten und kritisch. Manchmal würde ich echt gerne wissen, was sie denken! Als ich sie letztens gefüttert habe, habe ich dabei gesungen, alle guckten mich an und hörten kurzzeitig sogar auf zu kauen. Haben sie gedacht: "Oh, schön!", oder: "Was ist denn mit der los?!", wer weiß...

Nun ja, wieder zurück... Ich übernahm die Haspel. Ein Arm mehr wäre jetzt nicht schlecht gewesen: Haspel, Kunststoffpfähle, gehen, Pfahl in die Erde drücken, Litze reinzwirbeln...
Wolfgang sagte, dass es für mich auf die Technik ankäme, beim Schafe greifen, wie auch beim Zaunbau, da ich ja ein Kräftedefizit gegenüber den Männern habe.
Als wir fertig waren, erklärte mir der Chef noch etwas zur Gründlandwirtschaft und um 10:30 Uhr war dann erst einmal Feierabend.

Wolfgang und ich fuhren nach Lübeck. Im Auto stellte er mir eine Wiese-Weide-Frage, aber ich war gedanklich schon in der Umkleidekabine.
An diesem Nachmittag gab ich zu viel Geld aus.
Susanne und Wolfgang holten mich um 15:30 Uhr wieder ab und wir machten einen schönen Spaziergang in Niendorf an der Ostsee.

Wieder zu Haus fütterten wir noch die lieben Schäfchen. Nach einem mal wieder sehr köstlichen Abendbrot, gezaubert von Susanne, und tollen Gesprächen ging es ins Bett.
Was morgen wohl so passiert?"


6. Tag, 19.03.2011, "Ein unvergessliches Erlebnis!"

"Blökende Lämmchen reißen mich 06:40 Uhr aus dem Schlaf. Zunächst denke ich, dass die Lämmer in meinem Zimmer stehen, aber es ist nur der Klingelton meines Handys.
Wolfgang ist dran und berichtet, dass es jetzt bei Gwendolyn so weit ist. Da es nicht gut aussieht, soll ich sofort runter kommen. Ich stürze aus dem Bett, zieh mir schnell etwas an und laufe runter. Wolfgang empfängt mich im Paddock und sagt, dass ein Lämmchen fest steckt und Gwendolyn aufgehört hat zu pressen. Das Lamm liegt in der normalen Vorderendlage, die Vorderbeine sind schon zu sehen, das Köpfchen auch, aber mit der Geburt geht es nicht weiter. "Wir müssen jetzt schnell handeln. Halt du sie fest, ich hol das Lamm.", gesagt, getan. Ich halte Gwendolyn fest, so dass sie nicht weg kann, Wolfgang zieht das Lamm an den Vorderbeinen, Gwendolyn fängt an zu pressen und dann ist es draußen. Dem Lämmchen geht es gut und die Mutter fängt auch gleich an den Kleinen trocken zu lecken. Alles gut gegangen, ein Glück! Und während ich noch so in der Hocke da sitze und staune, dass der kleine Bock gleich versuchen will aufzustehen, platzt direkt neben mir die nächste Fruchtblase. Wolfgang grinst und sagt: "Na das war wohl deine Dusche für heute!", ha ha, sehr witzig Chef. Dann meint Wolfgang, dass ich jetzt das nächste Lamm holen soll. Ich starre Gwendolyn an: "Okay, dann wollen wir mal, wir schaffen das schon!", zaghaft ziehe ich leicht an den Klauen und höre Wolfgang, der vorne Gwendolyns Kopf hält: "Du musst über die Gelenke greifen und ziehen!", ich traue mich nicht so recht, denke mir dann aber: "Jana, es geht hier um ein neues Leben, jetzt stell dich nicht so an und zieh!", ich greife über die Gelenke, ziehe und dann ist es raus (ein Mädchen, wie wir später fest stellen). Ich befreie ihre Nase und den Rachen vom Schleim. Es geht ihr gut und ich bin überglücklich! Mama Gwendolyn fängt an, die Kleine trocken zu lecken. Toll macht sie das! Die übrigen Lämmer und Mutterschafe stehen im Stall, sind ganz ruhig und gucken uns neugierig zu.
Wir geben den Dreien noch einen Moment Zeit und dann bringen wir sie in eine Einzelbox, damit sie Ruhe vor den anderen haben. Das Geschwisterpärchen sucht bereits die Zitzen der Mutter, zwar noch an der falschen Stelle, aber das wird schon!
Um 07:45 Uhr gehen wir ins Haus. Susanne kommt uns entgegen, umarmt mich und sagt: "Na du Super-Hebamme!", ich strahle, man war das toll!
Drinnen nehme ich eine richtige Dusche und dann gibts Frühstück.

Gegen 10:00 Uhr geht es dann los mit der großen Fütterung, heute mal im Sonnenschein, da macht alles noch viel mehr Spaß. Ich schaue natürlich auch gleich noch mal bei den beiden Kleinen vorbei. "Meine" Kleine ist total süß und hat Löckchen, beide haben inzwischen die "Milchbar" gefunden und sind am Trinken.
Um 11:00 Uhr fahren Susanne, Wolfgang und ich los zum Timmendorfer Strand, heute wird nämlich mal ein bisschen entspannt. Wir laufen rum, schauen uns die wichtigen Dolce-&-Gabbana-Sonnenbrillenträger an, genießen die Sonnenstrahlen und genehmigen uns ein Eis. Dann machen wir noch einen Ausflug nach Scharbeutz und fahren um 14:00 Uhr wieder zurück nach Hause. Mir gehts so richtig gut, alles ist so schön!!!
Abends bei der großen Fütterung, bin ich dann etwas traurig, das ist nämlich die letzte abendliche Fütterung. Morgen gehts zurück ins alte Leben. Gut find ich das nicht!"


7. Tag, 20.03.2011, "Abschied"

"So, da ist er nun, der letzte Tag meines Praktikums. Diese Woche war so wunderschön! Die Arbeit mit den Schafen hat mir Spaß gemacht (auch wenns manchmal anstrengend war), ich habe sehr viel gelernt - das was ich bisher nur aus den Sachbüchern kannte, konnte ich jetzt live erleben - und bessere "Gasteltern" als Susanne und Wolfgang kann ich mir nicht vorstellen. Nie hätte ich gedacht, dass ich das alles erleben kann als ich im Januar eine eMail an die "Fuchsschafzucht-Ostholstein" schrieb und fragte, ob ich ein Praktikum absolvieren könnte. Was für ein Glück hatte ich doch mit den Borchardts und den Coburgern!
Also, hier ist er nun, der letzte Tag:
Um 06:45 Uhr stand ich auf und fing schon mal an, meine Reisetasche zu packen. Der Hahn krähte, die Schafe blökten, die Vögel zwitscherten. Oh, wie mir das alles fehlen wird! Ich machte mich fertig und ging um 08:00 Uhr runter zum Frühstück. Dort warteten schon Tulpen und Geschenke auf mich, ich hatte nämlich Geburtstag. Susanne und Wolfgang drückten mich und wünschten mir alles Gute.
Nach einem sehr schönen Frühstück versorgten wir dann alle Schafe mit Wasser und Futter. Wolfgang und ich gingen über die Weide und er erklärte mir noch ein paar Kräuter und Gräser, was ich sehr interessant fand. Zurück im Paddock nahm ich dann Abschied von "meiner" Kleinen.

Wolfgang sah schon was los war, sagte: "Lass Dir Zeit!", und ging schon vor. Ich streichelte die Kleinen, blieb eine ganze Weile, sagte: "Tschüss" und ging dann auch. Bald kamen dann meine Mutti und meine Schwester. Wir tranken alle zusammen noch Kaffee und um 12:30 Uhr war es soweit. Wir drückten uns noch einmal und dann fuhren wir los. Das fiel mir sehr schwer!"  


Fazit:
"Also ich werde wohl nicht alles hinschmeißen. Aber ich werde mein Leben ändern, denn Schafe sollen in meinem Leben eine Rolle spielen.
Vielleicht kann ich neben meinem jetzigen Bürojob als Betriebshelferin in einer Schäferei arbeiten. Das wäre immerhin ein Anfang.
Und wenn ich dann mal ganz reich bin, kommt das Landhaus und die eigene Schafherde. Das ist mein Traum!

So, das wars von mir, vielen Dank fürs Lesen und drücken Sie mir die Daumen, dass alles so klappt, wie es soll!!!
Viele Grüße
Jana aus Stralsund :-)"  

Unter dem Menuepunkt "Bilder" haben wir ein paar tolle Fotos von dieser interessanten Woche.

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Werkstatt der Engel 2010 im Schloß Eutin

Hier ein Link mit weiteren Informationen: Werkstatt der Engel.


Fuchsschafschau in Mömbris

Der "Chef" hat Urlaub gemacht, im Spessart, anlässlich der Spezialzuchtschau Coburger Fuchsschafe auf dem Hof Armin Bergmann in Mömbris. Unsere "Pivvie" wurde Reserve-Siegerin bei den Jährlingen, ein schöner Erfolg.

Unser Jährling Pivvie fühlt sich wohl im "Spessart".

Einen Bericht über diese gelungene Ausstellung können Sie demnächst hier lesen.


Bundesschau 2010 der Landschafe in Berlin

Vom 15. bis 24. Januar 2010 fand die Internationale Grüne Woche statt. Im Rahmen dieser großen Verbrauchermesse wird nun schon zum 4. Mal die Bundesschau Landschafe präsentiert.

Über 350 angemeldete Zuchttiere aus 30 verschiedenen Schafrassen konnte der Besucher in Halle 25 in Augenschein nehmen.

 Am 22. Januar 2010 fand dann der Wettbewerb der Landschafrassen, u.a. mit den Coburger Fuchsschafen, statt.

Die Preisrichter hatten Einzeltiere und Züchtersammlungen mit einem Bock und zwei Mutterschafen zu beurteilen. Die insgesamt 33 Fuchsschafe wurden nach ihrer regionalen Herkunft in der Gruppe der Mittelgebirgsrassen (Preisrichter: Stephan Graf und Reinhard Heintz) eingeteilt:

Die Preisrichter hatten den Bundeschampion, Bundessieger, Regionenchampions und Wollsieger zu ermitteln.

Unsere Zucht war leider vor Ort nicht vertreten, dennoch konnten wir durch aktive Mithilfe bei unseren befreundeten Züchterkollegen aus dem Zuchtgebiet Weser-Ems mitwirken und zum guten Gelingen der Bewertung mit beitragen.

Bei den Coburger Fuchsschafen kommt der Bundessieger der Böcke aus der Zucht von Wilfried Wachtendorf. Die Bundessiegerin der Muttertiere und zugleich Regionenchampion der Mittelgebirgsrassen stammt ebenfalls aus der Zucht von Wilfried Wachtendorf. Der Wollsieger aller Coburger-Fuchsschafe wurde von Dirk Pricken gezüchtet und vorgestellt. Die beste Sammlung kommt von Ralf Weisshaupt.

Wir gratulieren allen Bundessiegern, Klassensiegern und allen Platzierten.

Bild: Wilfried Wachtendorf mit dem Coburger-Fuchsschaf Bundessieger und der schleswig-holsteinischen Lammkönigin Kristin Carstensen (rechts), sowie der bayerischen Wollkönigin (links).

© W.&S. Borchardt

Werkstatt der Engel 2009 im Schloss Eutin

Am 26.-29.November 2009 findet im Schloss Eutin und im erweiterten Innenhof die 2. weihnachtliche Werkstatt der Engel statt. Unsere Fuchsschafe sind wieder einmal ein Hoehepunkt in der lebenden Krippe. Da sich die Wolle dieser seltenen Landschafrasse besonders auszeichnet, werden auf einem Ausstellungsstand von uns, exklusiv in Schleswig-Holstein, die Produkte angeboten.

© J.Sell, Eutin für W.&S. Borchardt

Hier sehen Sie weitere Aussteller und Impressionen von der Veranstaltung Werkstatt der Engel.



Hier ein kleiner Zeitungsausschnitt vom Fuchsschafzüchtertreffen in Weser-Ems.

Hier sehen Sie tolle Fuchsschafe beim Ulmer-Verlag.


Leonie war auch in Warder die Schönste

Der Landschaftag des Landesschafzuchtverbandes fand dieses Jahr zum ersten Mal im Tierpark Arche Warder statt. Die Mitarbeiter des Tierparks unter der Leitung von Hardy Marienfeld, einem erfolgreichen Züchter des Rauhwolligen Pommerschen Landschafes, errichteten für die Ausstellungstiere schön dekorierte Holzpferche, in denen sich die Tiere frei bewegen konnten.
Das Ambiente des Landschaftages im idyllischen Tierpark hat sich zweifelsohne zu den Vorjahren erheblich verbessert.
Beim Landschaftag überzeugte unsere Leonie, die bereits bei  der 2. Fuchsschafschau Nord in Jaderberg Siegerjährling wurde, die Körkommission. Sie wurde Rassesiegerin der Coburger Fuchsschafe. Leonie trat in der Endausscheidung gegen einen Jährlingsbock (Züchter: Ralf Weishaupt) und unserem  vorher gekörten Lammbock Rocky an. Leonie siegte souverän gegen ihre männliche Konkurrenz und durfte die Siegerplakette mit nach  Hause nehmen.
Außerdem wurde unser Lammbock Benny gekört und somit für die Zucht zugelassen und unser Jährlingsschaf Charlotte wurde ebenfalls ins Herdbuch aufgenommen.
Unseren Lammbock Rocky haben wir noch in Warder an ein sehr nettes Züchterehepaar verkauft. Dort wird er es sehr gut haben.
Leider zollten nur wenige Besucher den ausstellenden Züchtern, dem Landesschafzuchtverband  und dem Tierparkteam  Beifall und Respekt. Über ein größeres Publikum hätte sich jeder gefreut. Dieses mag daran gelegen haben, dass parallel zum Landschaftag auch ein Bauernmarkt in Molfsee stattfand. Solche Überschneidungen sind für beide Veranstaltungen sehr schlecht, werden sich wohl aber kaum vermeiden lassen.
Wir, als Züchter des Coburger Fuchsschafes würden uns jedenfalls freuen, wenn an solchem Event mehr schleswig-holsteinische Fuchsschafzüchter, die es ja laut Schäfereikalender gibt, teilnehmen würden. Das würde die Entscheidungen bei den Coburgern viel spannender machen.


Hier ein persönlicher Bericht von der Landestierschau Norla 2009 mit unseren Coburger Fuchsschafen.

Presse-Interesse an unserer Teilnahme an der Fuchsschafschau in Jaderberg

Am Montag, den 29.06.2009 war ein Team des Ostholsteiner Anzeigers bei uns vor Ort, um einen Bericht über unsere "Leonie" zu schreiben. Sie hat sich wieder einmal von Ihrer besten Seite gezeigt. Wenn Sie den Zeitungsartikel als PDF-Datei anschauen wollen, dann klicken Sie bitte hier.

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2. Fuchsschafschau in Jaderberg am 27.06.2009

Am 27. Und 28. Juni 2009 fand in Jaderberg, Kreis Weser-Ems, die 2. Fuchsschafschau Nord im Rahmen der Tierschau Jaderberg statt. Die Fuchsschafschau Nord ist eine überregionale Veranstaltung, an der insgesamt 14 Züchter mit über 80 Tieren aus Weser-Ems, NRW, Niedersachsen und aus Schleswig-Holstein teilnahmen.
Für unsere Zucht, als einziger Zuchtvertreter aus Schleswig-Holstein, war die Veranstaltung in Jaderberg ein voller Erfolg. Vertreten waren wir mit 4 Böcken und 3 Jährlingsschafen - mehr passte leider nicht auf den Transportanhänger.

Mit unseren sieben Tieren erzielten wir insgesamt fünf ausgezeichnete Plazierungen: drei  dritte Plätze und einen Gruppensieg

und
unser Jährlingsbock „Tassilo“ wurde Gesamt-Wollsieger über alle Böcke
unser Jährlingsschaf „Leonie“ wurde Gesamtsiegerin über alle Jährlingsschafe

Damit gingen von den fünf unterschiedlichen Endplazierungen (Siegerbock, Siegerschaf, Siegerjährling, Wollsieger und Wollsiegerin) sogar zwei Entscheidungen an unsere Zucht.

Die Heimreise am Sonntag wurde mit diversen Stallplakaten, Geldpreisen, einem Sachpreis, Urkunde und einer schönen Siegerschärpe für „Leonie“ angetreten.

Das war für unsere Zucht ein großartiger Erfolg. Wir freuen uns sehr und sehen darin unsere kontinuierliche und konsequente Zuchtarbeit bestätigt.

Die Bewertung der Zuchttiere erfolgte durch den erfahrenen Schäfermeister Kapusta, der in der Zetteler Marsch sieben Schäfern mit mehreren Herden hauptverantwortlich vorsteht. Davor war er Selbständig und betrieb in der Diepholzer Heide aktive Landschaftspflege mit einer über vierhundert köpfigen Moorschnuckenherde. Ebenso war Herr Kapusta einige Jahre als Zuchtberater des Schafzuchtverbandes Weser-Ems tätig. Daher wurde bei der Beurteilung der Tiere ein besonderer Wert auf ein gutes Fundament mit korrekter Beinstellung und gesunden Klauen gelegt. Gerade das ist für das Coburger Fuchsschaf als Landschaf nicht zu vernachlässigen - die absolute Bemuskelung und ein grenzwertiges Körpergewicht wurden hier weniger ausschlaggebend beurteilt. Dennoch nahm sich Herr Kapusta für jedes Tier in seiner Bewertung sehr viel Zeit und kommentierte den Teilnehmern und Zuschauern auch gerne seine Entscheidung. Die Beurteilung der Wolle erfolgte in einem zweiten Durchgang und wurde repräsentativ an 3x3=9 Sichtpunkten genommen. Nur so wird gewissenhaft die gewünschte Ausgeglichenheit des goldenen Vlieses begutachtet.

Ein großes Lob gilt den Veranstaltern auszusprechen, hauptsächlich der engagierten Meike Avramut-Lampe aus Jaderberg mit ihrem Team. Alles hat reibungslos geklappt und jeder Teilnehmer wird sicherlich gerne wieder in drei Jahren teilnehmen wollen.

 


Landschaftag in Berkenthin am 06.09.2008

Der Landschaftag in Berkenthin war für unsere Zucht ein sehr erfolgreicher Tag. Unser Lammbock "John" wurde Siegerbock. Seine Benotung war 8 8 8, für Bemuskelung, Wolle und äußere Erscheinung. Bei den Jährlingsmutterschafen erreichte unsere "Lenja" (Note 9 7 9) den 1A-Platz und "Anja (Püppi)"( 8 8 9) wurde 1C-Siegerin. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Doch leider gab es auch an einem so schönen Tag eine Schattenseite. Unser Lammbock "Hector" und zwei weitere von uns wurden nicht gekört, weil sie zu leicht waren. Hector wog mit 9 Monaten 49 kg. Dieses Körurteil sorgte beim Publikum und bei uns Züchtern für einige Unruhe, da der Verband völlig überraschend auch von den Landschafen eine Lebenstageszunahme forderte, was aber leider im Vorwege nicht bekannt gegeben wurde.

Da wir mit 2 1A-Plätzen und einem 1C-Platz die erfolgreichsten Züchter waren, hat uns der Geschäftsführer des Landesschafzuchtverbandes die Ehrenmedaille der Kammer überreicht. Dafür möchten wir uns recht herzlich bedanken. Sie hat ihren Ehrenplatz im Wohnzimmer erhalten.

 



01.07.2008 - Ein Tag, wie jeder andere? Nein, eine Mischung aus Freitag, dem 13. und 01. April (April-April). Der Tag begann ganz normal. Aufstehen, Kaffeemaschine anstellen, Zeitung reinholen, aus dem Wohnzimmerfenster nach den Schafen gucken. Die ersten drei Dinge wie immer, das letzte nicht…. Ein Lämmchen wurde geboren. Mutter und Kind sehen wohlauf aus, doch die Mutter ziert sich noch etwas, ihr Kleines trinken zu lassen. Also musste der Ehemann sein warmes Bett verlassen, damit wir Mutter und Kind in den Stall holen. Dieses eigentlich handzahme Schaf erwies sich mit Lämmchen leider als nicht mehr so zahm. Die Strecke von der Wiese zum Stall (eigentlich nur ca. 50 m) entpuppte sich gefühlsmäßig als ca. 2 km, das Muttertier wollte immer wieder lieber zur Herde zurück. Letztendlich waren beide im Stall, gut versorgt und wir konnten endlich unseren wohlverdienten Kaffee genießen. Doch die Freude währte nicht lange, es klingelte an der Tür und ein Polizist aus unserem Dorf teilte uns mit, dass einige unserer Böcke stiften gegangen sind. Wir also wieder los, mit E-Netz bewaffnet hin zur Bockweide. Dort stand schon die Polizei mit Blaulicht und sicherte die Straße. Wir haben schnell das Netz gespannt, das Tor aufgeschlossen und die Böcke wieder auf ihre Weide befördert. Die Böcke haben sich zu keiner Zeit direkt auf der Straße befunden, sondern nur auf dem breiten Grünstreifen zwischen Weide und Straße. Es ist auch niemandem etwas passiert, aber für uns war der Schreck groß. Ein paar Lammböcke hatten sich durch ein eigentlich unüberwindbares Dornengestrüpp gefuttert, waren dann auf dem Nachbargrundstück und da war ein Loch im Zaun zur Straße, was natürlich sofort repariert wurde. Nun hatten wir eigentlich genug Aufregung für diesen Tag. Aber es sollte noch weitergehen. Nach dem Abendessen, die Rollenverteilung wie immer, die Frau in der Küche, der Mann hat noch mal nach der jungen Schafmutter geschaut; auf einmal ein schriller Ruf "komm mal schnell, hier ist eine Brieftaube". Die Brieftaube saß auf unserem Balkongeländer und schaute in Richtung geöffneter Balkontür und schwupps… die Taube war im Wohnzimmer und saß auf dem Sofa. Sah irgendwie lustig aus, wenn ich nicht so Panik vor den Hinterlassenschaften auf dem Sofa gehabt hätte. Also musste die Taube irgendwie eingefangen werden und dann wieder raus; klappte auch mit Hilfe eines Lakens und sie wurde dann in unseren ehemaligen Kaninchenstall verbannt. über das Internet wurde ein Taubenexperte gefunden, der heute die Taube abgeholt hat. So ein verrückter Tag, eine Taube auf dem Sofa soll ja angeblich Glück und Geldsegen bringen, sagen meine Tanten. Wir werden es sehen, hoffentlich.
Buchempfehlung

David Kennard - Auf Englands grünen Hügeln
Ein Buch nicht nur für jemanden, der mit Schafen zu tun hat, sondern auch für Leser, die sich für Schafe, Hunde und Natur interessieren. Dieses Buch ist wirklich sehr empfehlenswert.




   
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